Der größte Posten der Erwerbsnebenkosten
Beim Kauf einer Immobilie oder eines Baugrundstücks bildet die Grunderwerbsteuer den größten Einzelposten der Kaufnebenkosten. Die Höhe der Steuer richtet sich nach dem im Notarvertrag vereinbarten Kaufpreis und dem Steuersatz des jeweiligen Bundeslandes.
Da die Bundesländer den Steuersatz gemäß GrStG selbst festlegen dürfen, variieren die Sätze in Deutschland erheblich zwischen 3,5 % (Bayern) und 6,5 % (z. B. NRW, Brandenburg, Saarland).
1. Steuersätze der 16 Bundesländer im Vergleich
Hier sehen Sie die aktuellen Grunderwerbsteuersätze aller deutschen Bundesländer im Überblick:
| Bundesland | Steuersatz (%) | Steuer bei 400.000 € Kaufpreis |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 5 % | 20.000 € |
| Bayern | 3,5 % | 14.000 € |
| Berlin | 6 % | 24.000 € |
| Brandenburg | 6,5 % | 26.000 € |
| Bremen | 5,5 % | 22.000 € |
| Hamburg | 5,5 % | 22.000 € |
| Hessen | 6 % | 24.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6 % | 24.000 € |
| Niedersachsen | 5 % | 20.000 € |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % | 26.000 € |
| Rheinland-Pfalz | 5 % | 20.000 € |
| Saarland | 6,5 % | 26.000 € |
| Sachsen | 5,5 % | 22.000 € |
| Sachsen-Anhalt | 5 % | 20.000 € |
| Schleswig-Holstein | 6,5 % | 26.000 € |
| Thüringen | 5 % | 20.000 € |
2. Gesetzliche Quellen & Grundlagen
BundesfinanzministeriumGrunderwerbsteuergesetz (GrEStG)Gesetzliche Grundlagen zur Besteuerung des Grundstückserwerbs in Deutschland.Hier ansehen
FinanzverwaltungUnbedenklichkeitsbescheinigungInformationen zur Erteilung der Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Grundbucheintragung.Hier ansehen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Bundesland hat die niedrigste Grunderwerbsteuer?
Bayern hat mit 3,5 Prozent die mit Abstand niedrigste Grunderwerbsteuer in ganz Deutschland. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro zahlen Käufer in Bayern nur 14.000 Euro Grunderwerbsteuer, während in Bundesländern mit 6,5 Prozent (z. B. NRW, Brandenburg, Saarland) 26.000 Euro fällig werden.
Kann man die Grunderwerbsteuer von der Steuer absetzen?
Bei einer rein privat genutzten Wohnimmobilie kann die Grunderwerbsteuer nicht als Werbungskosten oder Sonderausgabe von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Wird die Immobilie jedoch vermietet oder gewerblich genutzt, gehört die Grunderwerbsteuer zu den Anschaffungsnebenkosten und kann über die jährliche Gebäude-AfA (Abschreibung) steuerlich geltend gemacht werden.
Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?
Nach der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags schickt der Notar eine Abschrift an das Finanzamt. Das Finanzamt stellt daraufhin den Grunderwerbsteuerbescheid aus. Die Zahlungsfrist beträgt in der Regel einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids. Erst nach vollständiger Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die für die Eintragung ins Grundbuch zwingend erforderlich ist.