Wie funktioniert der Zinseszinseffekt?
Beim Zinseszins werden Erträge nicht ausgezahlt, sondern dem Kapital zugeschlagen. In der nächsten Periode werden dadurch auch die früheren Erträge mitverzinst. Bei gleichbleibender Jahresrendite wächst das Kapital deshalb nicht linear, sondern exponentiell.
Welche Formel verwendet der Rechner?
Für eine Einmalanlage gilt die klassische Formel Kn = K0 × (1 + p)n. Für monatliche Sparraten wird die effektive Jahresrendite zuerst in eine äquivalente Monatsrendite umgerechnet. Anschließend simuliert der Rechner jeden Monat und berücksichtigt, ob die Sparrate am Monatsanfang oder Monatsende eingezahlt wird.
Der Betrag, der zu Beginn bereits angelegt ist.
Regelmäßige Einzahlung am Anfang oder Ende des Monats.
Als konstant angenommene effektive Jahresrendite vor Kosten und Steuern.
Warum zeigt der Rechner auch die Kaufkraft?
Ein höherer Eurobetrag bedeutet nicht automatisch die gleiche Kaufkraft. Steigen die Preise, kann man sich für denselben Betrag künftig weniger leisten. Die inflationsbereinigte Anzeige teilt das Endkapital durch die angenommene Preisentwicklung. Sie ist eine Modellrechnung und keine Inflationsprognose.
Ein Szenario richtig lesen
Angenommen werden 10.000 Euro Startkapital, 200 Euro monatliche Sparrate, 5 Prozent Jahresrendite und 20 Jahre Laufzeit. Das Ergebnis besteht aus drei unterschiedlichen Teilen: dem Startkapital, den selbst eingezahlten Sparraten und dem modellierten Zinsertrag. Erst diese Aufteilung zeigt, wie viel Wachstum tatsächlich aus Wiederanlage stammt.
Ändern Sie anschließend nur einen Wert. Ein Vergleich mit 3 und 7 Prozent macht die Renditeabhängigkeit sichtbar; ein Vergleich mit 10 und 30 Jahren zeigt den Zeiteffekt. Werden gleichzeitig Rendite, Laufzeit und Sparrate verändert, lässt sich nicht mehr erkennen, welche Annahme das Ergebnis hauptsächlich bewegt.
Kosten wirken ebenfalls mit Zinseszins
Produktkosten senken nicht nur den Ertrag eines einzelnen Jahres. Der einbehaltene Betrag fehlt auch als Kapitalbasis für alle späteren Jahre. Wer beispielsweise mit einer Bruttorendite rechnet, sollte für einen realistischeren Vergleich eine niedrigere Rendite nach laufenden Kosten als separates Szenario eingeben. Ein einmaliger Ausgabeaufschlag gehört dagegen zum tatsächlich investierten Startbetrag.
Warum ein glatter Verlauf kein Risikobild ist
Die Kurve des Rechners steigt gleichmäßig, weil in jedem Monat dieselbe rechnerische Rendite verwendet wird. Wertpapiere schwanken in der Realität. Zwei Anlagen können über einen langen Zeitraum denselben Durchschnitt erreichen und zwischendurch sehr unterschiedliche Verluste zeigen. Für ein festes Ziel mit festem Termin gehören deshalb Risikotragfähigkeit und verfügbare Reserve außerhalb des Rechners zur Planung.
Was ist im Ergebnis nicht enthalten?
Der Rechner berücksichtigt weder Abgeltungsteuer noch Sparer-Pauschbetrag, Produktkosten, Ausgabeaufschläge oder schwankende Renditen. Bei Wertpapieren verläuft die Wertentwicklung in der Realität nicht gleichmäßig. Das Ergebnis eignet sich deshalb für Szenarien und Vergleiche, nicht als Renditeversprechen oder Anlageberatung.
Berechnungsquellen und Einordnung
Primärquelle und Verbraucherinformation
Häufig gestellte Fragen
Ist der angegebene Zinssatz garantiert?
Nein. Der Rechner setzt für das Szenario eine konstante Rendite voraus. Ob sie erreicht wird, hängt vom gewählten Produkt und bei Wertpapieren von der Marktentwicklung ab.
Warum macht der Einzahlungszeitpunkt einen Unterschied?
Eine Rate am Monatsanfang bleibt einen Monat länger investiert als eine Rate am Monatsende und kann deshalb früher Erträge erzielen.
Werden Steuern automatisch abgezogen?
Nein. Persönliche Freibeträge, Kirchensteuer, Verlustverrechnung und der Zeitpunkt der Besteuerung unterscheiden sich. Das Ergebnis wird bewusst vor Steuern und Kosten ausgewiesen.