Wie wird das Krankengeld 2026 berechnet?
Das Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Es springt ein, wenn Sie wegen derselben Krankheit länger als 6 Wochen arbeitsunfähig sind und die gesetzliche Lohnfortzahlung Ihres Arbeitgebers endet. Die genaue Berechnung ist in § 47 SGB V streng geregelt.
Regeln und Höchstbetrag
vom regelmäßigen Bruttoentgelt.
vom regelmäßigen Nettoentgelt (Maximalwert).
Höchstes gesetzliches Brutto-Krankengeld pro Tag in 2026.
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der niedrigere der beiden berechneten Werte (70 % Brutto oder 90 % Netto) Ihr Brutto-Krankengeld bildet. Dieser Wert wird pauschal durch 30 geteilt, um den Tagesbetrag zu erhalten.
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG)
Es gibt einen absoluten Höchstbetrag: Einkommensteile, die über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung liegen, fließen nicht in die Berechnung ein. Im Jahr 2026 liegt diese Grenze bei 5.812,50 Euro pro Monat. Daraus ergibt sich das Höchst-Krankengeld von ca. 135,63 Euro brutto pro Tag.
Abzüge der Sozialversicherung
Vom errechneten Brutto-Krankengeld müssen Sie weiterhin Sozialabgaben zahlen. Die Krankenkasse behält diese automatisch ein und überweist Ihnen das Netto-Krankengeld. Die Abzüge betragen:
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Pflegeversicherung: ca. 1,7 % (für Eltern) bzw. 2,3 % (für Kinderlose)
Während des Krankengeldbezugs müssen Sie keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (KV) zahlen.
Häufige Fehler beim Krankengeld
Zwei der größten Stolpersteine beim Krankengeldbezug:
1. Lückenlose Krankschreibung verpasst: Krankengeld wird nur gezahlt, wenn die Arbeitsunfähigkeit lückenlos ärztlich festgestellt wird. Endet die AU an einem Freitag, muss die Folgebescheinigung spätestens am Montag ausgestellt werden (§ 46 SGB V). Eine Lücke führt zum Verlust des Anspruchs!
2. Maximaldauer überschritten: Krankengeld wird wegen derselben Krankheit für maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren gezahlt. Nach Abzug der 6 Wochen Lohnfortzahlung bleiben real 72 Wochen Auszahlung. Danach droht die „Aussteuerung“.
Offizielle Grundlagen
Häufig gestellte Fragen
Muss ich das Krankengeld in der Steuererklärung angeben?
Krankengeld ist zwar komplett steuerfrei, es unterliegt jedoch dem sogenannten Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Das bedeutet: Das Krankengeld erhöht den Steuersatz für Ihr übriges steuerpflichtiges Einkommen. Wer im Kalenderjahr mehr als 410 Euro Krankengeld bezogen hat, ist gesetzlich verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.
Wie erfolgt die Auszahlung durch die Krankenkasse?
Das Krankengeld wird nicht pauschal am Monatsende für den Folgemonat gezahlt, sondern immer rückwirkend bis zu dem Tag, an dem der Arzt Sie zuletzt krankgeschrieben hat.
Bekommen auch Selbstständige Krankengeld?
Hauptberuflich Selbstständige in der GKV haben nicht automatisch Anspruch auf Krankengeld (Beitragssatz 14,0 %). Sie können das Krankengeld jedoch absichern, indem sie den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % wählen.
Was passiert bei Arbeitslosigkeit (ALG I)?
Wer während des Bezugs von Arbeitslosengeld I krank wird, erhält in den ersten 6 Wochen weiterhin ALG I. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld in exakt gleicher Höhe weiter.