Kontoüberziehung: Die teuerste Kreditform in Deutschland
Der Dispositionskredit (Dispo) bietet Girokontoinhabern schnelle Liquidität bei ungeplanten Ausgaben. Allerdings verlangen Banken für diese Bequemlichkeit extrem hohe Zinssätze – im Bundesdurchschnitt liegen die Dispozinsen zwischen 10 % und 15 % p.a.
Wer sein Konto über mehrere Monate im Minus führt, verliert Jahr für Jahr viel Geld an Zinsen. Unser Disporechner zeigt Ihnen Ihre täglichen und monatlichen Zinskosten und berechnet, wie viel Sie durch eine Umschuldung sparen können.
1. Vergleich: Dispo vs. Ratenkredit zur Umschuldung
| Kriterium | Dispositionskredit (Dispo) | Ratenkredit (Umschuldung) |
|---|---|---|
| Zinssatz (Ø 2026) | 10,5 % bis 14,5 % p.a. | 4,5 % bis 6,9 % p.a. |
| Rückzahlung | Flexible Rückzahlung (oft Dauer-Minus) | Feste monatliche Tilgungsrate |
| Zinskosten bei 3.000 € / 1 Jahr | ca. 375 Euro Zinsen | ca. 90 Euro Zinsen (Ersparnis ~285 €) |
2. Gesetzliche Quellen & Grundlagen
BaFinVerbraucherschutz bei Dispokrediten (§ 504a BGB)Gesetzliche Warn- und Beratungspflichten der Banken bei dauerhafter Überziehung des Girokontos.Hier ansehen
Stiftung WarentestDispozinsen im BundesvergleichUnabhängiger Zinsvergleich von über 1.200 Banken und Sparkassen in Deutschland.Hier ansehen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie berechnet die Bank die Dispozinsen?
Dispozinsen werden täglich auf den exakten Minusbetrag berechnet und in der Regel vierteljährlich dem Girokonto belastet. Die Formel lautet: (Überzogener Betrag × Dispozinssatz × Anzahl der Tage) ÷ 360 (deutsche Zinsmethode 30/360).
Was ist der Unterschied zwischen Dispositionskredit und geduldeter Überziehung?
Der Dispositionskredit (Dispo) ist ein eingeräumter Kreditrahmen (z. B. das 2- bis 3-fache des monatlichen Gehalts). Eine geduldete Überziehung liegt vor, wenn Sie das Girokonto über den vereinbarten Disporahmen hinaus überziehen. Für geduldete Überziehungen verlangen Banken oft noch höhere Zinsen.
Ab wann lohnt sich eine Umschuldung des Dispos?
Eine Umschuldung in einen günstigen Ratenkredit lohnt sich fast immer, wenn Sie das Girokonto länger als 2 bis 3 Monate im Minus führen oder der Minusbetrag mehr als 1.500 Euro beträgt. Ratenkredite bieten Zinsen ab ca. 4 bis 6 Prozent, während Dispozinsen oft bei 10 bis 15 Prozent liegen.