20 Kilometer Arbeitsweg: E-Bike oder Fahrrad - was kostet das Pendeln?
Nina fährt an drei Tagen pro Woche ins Büro. Hin und zurück sind es 20 Kilometer. Sie möchte wissen, ob ein E-Bike nur schneller ist oder ob sich die höheren Anschaffungs- und Wartungskosten im Alltag trotzdem rechnen.
„Mein Arbeitsweg ist zehn Kilometer einfach. Ich fahre ungefähr dreimal pro Woche ins Büro. Lohnt sich dafür ein E-Bike, oder ist ein normales Fahrrad über mehrere Jahre deutlich günstiger?“
- Nina
Die kurze Antwort
Bei 10 Kilometern einfacher Strecke, drei Bürotagen pro Woche und 46 Pendelwochen fährt Nina 2.760 Kilometer im Jahr. Mit 17 km/h benötigt sie auf einem normalen Fahrrad rund 35 Minuten je Richtung. Bei angenommenen 22 km/h mit dem E-Bike sind es gut 27 Minuten. Das entspricht etwa 37 Stunden Zeitunterschied im Jahr.
Der Strom ist dabei nicht der große Kostenblock. Bei beispielhaften 8,5 Wh/km und 0,40 Euro je kWh entstehen für 2.760 Kilometer nur rund 9,38 Euro reine Energiekosten. Entscheidend sind Kaufpreis, Nutzungsdauer, Wartung und eine realistische Rücklage für den Akku. Ohne diese vier Größen wäre jeder Kostenvergleich irreführend.

Wie viele Kilometer fährt Nina tatsächlich?
Nina rechnet nicht pauschal mit 52 Wochen. Nach Urlaub, Feiertagen und Wochen ohne Büro bleiben 46 Pendelwochen:
20 km pro Tag × 3 Tage × 46 Wochen = 2.760 km pro Jahr
Diese Jahresstrecke ist die gemeinsame Basis für Strom, Wartung und Kosten je Kilometer. Wer saisonal nur von März bis Oktober fährt, sollte die Anzahl der Wochen entsprechend reduzieren.
Wie groß ist der Zeitunterschied?
Für das normale Fahrrad nimmt Nina im Mittel 17 km/h an. Beim E-Bike rechnet sie mit 22 km/h. Maßgeblich ist das Durchschnittstempo der gesamten Route, nicht die Geschwindigkeit auf einem freien Abschnitt.
10 km ÷ 17 km/h × 60 = 35,3 Minuten je Richtung.
10 km ÷ 22 km/h × 60 = 27,3 Minuten je Richtung.
Rund 16 Minuten je Pendeltag × 138 Tage = etwa 37 Stunden.
Die 37 Stunden sind keine garantierte Ersparnis. Ampeln, sichere Kreuzungen und der Weg zum Fahrradabstellplatz betreffen beide Varianten. Steigungen und Gegenwind können den Unterschied dagegen vergrößern.
Was kostet der Strom für das E-Bike?
Der ADFC verwendet in einem Rechenbeispiel für starke Unterstützung 8,5 Wh je Kilometer. Mit Ninas frei gewähltem Strompreis von 0,40 Euro je kWh ergibt sich:
2.760 km × 8,5 Wh ÷ 1.000 × 0,40 € = 9,38 € pro Jahr
Der tatsächliche Verbrauch hängt von Unterstützung, Gewicht, Steigung, Reifendruck, Temperatur und Fahrweise ab. Auch Ladeverluste können hinzukommen. Deshalb ist der Betrag eine Größenordnung und keine Stromabrechnung.
Wie vergleicht Nina die Vollkosten?
Für eine persönliche Entscheidung trägt Nina ihre echten Angebote ein. Das folgende Schema zeigt die Rechenlogik, nicht allgemeingültige Marktpreise:
| Kostenblock | Fahrrad | E-Bike |
|---|---|---|
| Kaufpreis ÷ geplante Nutzungsjahre | eigene Eingabe | eigene Eingabe |
| Wartung und Verschleiß pro Jahr | Reifen, Bremsen, Kette, Inspektion | zusätzlich Antrieb und Elektronik prüfen |
| Strom | 0 € | kWh-Verbrauch × Strompreis |
| Akku-Rücklage | entfällt | Ersatzpreis ÷ erwartete Nutzungsjahre |
| Zubehör | Schloss, Taschen, Beleuchtung und Regenkleidung getrennt erfassen | |
Danach teilt Nina die Jahressumme durch 2.760 Kilometer. Erst dieser Wert lässt sich sinnvoll zwischen beiden Fahrrädern vergleichen. Ein teureres E-Bike kann trotzdem passen, wenn es dazu führt, dass sie deutlich mehr Autofahrten tatsächlich ersetzt.
Was spart Nina gegenüber dem Auto?
Im Fahrrad-Rechner kann Nina eigene Pkw-Kosten je Kilometer hinterlegen. Dabei muss sie entscheiden, was der Vergleich beantworten soll:
- Kurzfristige Ersparnis: vermiedener Kraftstoff und zusätzlicher Verschleiß.
- Vollkostenvergleich: zusätzlich Wertverlust, Versicherung, Steuer und Wartung.
- Haushaltsbudget: nur Kosten, die durch den Fahrradwechsel wirklich entfallen.
Behält Nina ihr Auto, verschwinden Versicherung und ein großer Teil des Wertverlusts nicht automatisch. Die im Rechner angezeigten vermiedenen Pkw-Kosten sind deshalb ein Szenario, kein versprochenes Sparguthaben.
Wann ist das E-Bike die bessere Entscheidung?
- Die längere oder hügelige Strecke wird mit Motorunterstützung regelmäßig gefahren.
- Am Ziel muss Nina weniger erschöpft ankommen oder kann Umkleidezeit vermeiden.
- Das E-Bike ersetzt nachweislich mehr Auto- oder ÖPNV-Fahrten.
- Ein sicherer Stellplatz sowie ein realistisches Wartungsbudget sind vorhanden.
- Kaufpreis und Akku-Rücklage passen auch ohne schön gerechnete Autovollkosten ins Budget.
Für kurze, flache Wege und wenige Fahrtage bleibt ein normales Fahrrad häufig die einfachere und günstigere Lösung. Für Nina entscheidet nicht der Strompreis, sondern ob die gewonnene Alltagstauglichkeit den höheren Jahrespreis rechtfertigt.