3.000 Euro brutto: Wie viel Krankengeld bleibt netto 2026?
Markus erhält 3.000 Euro brutto und 2.060 Euro netto im Monat. Nach sechs Wochen Krankheit endet die Entgeltfortzahlung. Das Beispiel zeigt, warum die Krankenkasse zunächst 1.854 Euro Krankengeld ermittelt und davon noch Sozialbeiträge abzieht.
„Ich bekomme 3.000 Euro brutto und ungefähr 2.060 Euro netto. Wie viel Krankengeld überweist die Krankenkasse nach sechs Wochen wirklich?“
- Markus
Die kurze Antwort für Markus
70 Prozent von 3.000 Euro sind 2.100 Euro. 90 Prozent von 2.060 Euro ergeben jedoch nur 1.854 Euro. Deshalb begrenzt die Netto-Regel das Brutto-Krankengeld auf 1.854 Euro für 30 Kalendertage.
Nach Beiträgen zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung bleiben im Beispiel mit Kind rund 1.624,10 Euro. Bei Kinderlosen ab 23 Jahren fällt der Pflegeversicherungsabzug höher aus; dann sind es rund 1.612,98 Euro.

Zwei Grenzen werden miteinander verglichen
Nach § 47 SGB V beträgt das Krankengeld grundsätzlich 70 Prozent des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoentgelts, höchstens aber 90 Prozent des maßgeblichen Nettoentgelts. Für Markus werden beide Werte auf Kalendertage umgerechnet und der niedrigere Wert verwendet.
Das sind 61,80 Euro pro Kalendertag. Krankengeld wird nicht nach Arbeitstagen gezahlt. Für einen vollen Bezugsmonat rechnet die Krankenkasse mit 30 Tagen.
Welche Beiträge von 1.854 Euro abgehen
Markus zahlt aus dem Krankengeld weiter Anteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Ein eigener Krankenversicherungsbeitrag wird vom Krankengeld nicht abgezogen. Im Beispiel hat Markus ein Kind und zahlt deshalb keinen Kinderlosenzuschlag.
Krankengeld ist steuerfrei, aber nicht steuerlich wirkungslos
Die Krankenkasse behält keine Lohnsteuer ein. Krankengeld unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt. Es kann damit den Steuersatz erhöhen, der auf andere steuerpflichtige Einkünfte des Jahres angewendet wird. Bei mehr als 410 Euro solcher Lohnersatzleistungen entsteht regelmäßig eine Pflicht zur Einkommensteuererklärung.
Markus sollte die elektronische Leistungsbescheinigung der Krankenkasse mit den Angaben in seiner vorausgefüllten Steuererklärung vergleichen und vorsichtshalber eine mögliche Nachzahlung einplanen.
Diese Werte sollte Markus im Bescheid kontrollieren
- Verwendeter Entgeltabrechnungszeitraum
- Regelmäßiges Brutto und Netto
- Beitragspflichtige Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate
- Elterneigenschaft und Zahl berücksichtigungsfähiger Kinder
- Beginn des Anspruchs nach der Entgeltfortzahlung