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520.000 Euro Haus kaufen: Wie hoch sind Rate und Restschuld?

Der Kaufpreis allein entscheidet nicht über die Finanzierung. In dieser Rechnung kommen Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Maklerkosten und weitere Ausgaben hinzu, bevor das Eigenkapital abgezogen wird.

Redaktionell geprüftAktualisiert am 22. Juli 202610 Min. Lesezeit

Wir möchten in Nordrhein-Westfalen ein Haus für 520.000 Euro kaufen. Wir haben 130.000 Euro Eigenkapital und die Bank bietet uns 3,6 Prozent Sollzins bei 2,5 Prozent anfänglicher Tilgung an. Reicht unser Eigenkapital für die Nebenkosten, wie hoch ist die Monatsrate und welche Restschuld bleibt nach 15 Jahren?

- Nina

Die kurze Antwort

Unter den genannten Angaben und mit den unten erläuterten Kaufnebenkosten entstehen Gesamtkosten von 590.764 Euro. Nach Abzug von 130.000 Euro Eigenkapital werden rechnerisch 460.764 Euro finanziert. Bei 3,6 Prozent Sollzins und 2,5 Prozent anfänglicher Tilgung beträgt die Monatsrate 2.342,22 Euro.

Nach 15 Jahren Sollzinsbindung verbleiben ohne Sondertilgung rund 232.103 Euro Restschuld. Bis dahin wurden etwa 228.661 Euro getilgt und rund 192.938 Euro Zinsen gezahlt. Die laufenden Kosten des Hauses sind in diesen Beträgen noch nicht enthalten.

Paar prüft Unterlagen, Grundriss und Finanzierung für einen Hauskauf
Vor der Kreditrate stehen die vollständigen Erwerbskosten. Erst nach Abzug des Eigenkapitals ist der tatsächliche Darlehensbedarf bekannt.

Welche Kaufnebenkosten kommen zu 520.000 Euro hinzu?

Für Nordrhein-Westfalen setzt der Rechner 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer an. Notar und Grundbuch werden mit einem veränderbaren Planwert von 2 Prozent gerechnet. Hinzu kommt in dieser Situation ein Käuferanteil an der Maklerprovision von 3,57 Prozent. Für Umzug, Gutachten und weitere einmalige Ausgaben sind zusätzlich 8.000 Euro eingetragen.

KostenpositionAnnahmeBetrag
Kaufpreisfest520.000,00 €
Grunderwerbsteuer6,5 %33.800,00 €
Notar und Grundbuch2,0 %10.400,00 €
Makler, Käuferanteil3,57 %18.564,00 €
Weitere einmalige Kosteneingetragen8.000,00 €
Gesamtkosten590.764,00 €

Die Nebenkosten betragen zusammen 70.764 Euro und damit rund 13,6 Prozent des Kaufpreises. Ninas Eigenkapital deckt diese Nebenkosten vollständig. Nach ihrem Abzug verbleiben noch 59.236 Euro Eigenkapital, die rechnerisch den zu finanzierenden Anteil des Kaufpreises senken.

Wie hoch ist der tatsächliche Darlehensbedarf?

Von den Gesamtkosten in Höhe von 590.764 Euro werden 130.000 Euro Eigenkapital abgezogen. Das benötigte Darlehen beträgt deshalb 460.764 Euro. Bezogen auf den reinen Kaufpreis entspricht das einer Finanzierungsquote von rund 88,6 Prozent.

590.764 €

Kaufpreis plus alle angesetzten Kaufnebenkosten.

130.000 €

Verfügbares Eigenkapital für Kauf und Nebenkosten.

460.764 €

Rechnerischer Darlehensbedarf nach Abzug des Eigenkapitals.

Diese Zahl ist der Ausgangspunkt für die Kreditrechnung. Wer nur 520.000 Euro Kaufpreis und 130.000 Euro Eigenkapital gegenüberstellt, käme fälschlich auf 390.000 Euro Kredit. Die Differenz von 70.764 Euro entsteht durch die zuvor oft unterschätzten Erwerbsnebenkosten.

Warum beträgt die Monatsrate 2.342,22 Euro?

Der Rechner modelliert ein Annuitätendarlehen. Die anfängliche Jahresleistung entsteht aus 3,6 Prozent Sollzins plus 2,5 Prozent anfänglicher Tilgung. Zusammen sind das 6,1 Prozent des Darlehens pro Jahr. Geteilt durch zwölf ergibt sich die monatliche Rate:

460.764 € × 6,1 % ÷ 12 = 2.342,22 € pro Monat

Innerhalb der Zinsbindung bleibt diese Modellrate gleich. Ihre Zusammensetzung verändert sich jedoch jeden Monat. Weil die Restschuld sinkt, fallen nach und nach weniger Zinsen an. Der Tilgungsanteil der gleichbleibenden Rate steigt entsprechend.

Der Sollzins ist nicht mit dem Effektivzins eines Angebots gleichzusetzen. Der Effektivzins berücksichtigt weitere preisrelevante Bestandteile und eignet sich deshalb besser für den Vergleich von Bankangeboten. Für den Tilgungsplan wird hier der von Nina genannte gebundene Sollzins verwendet.

Was bleibt nach 15 Jahren noch offen?

In 15 Jahren werden 180 reguläre Monatsraten gezahlt. Zusammen ergeben sie 421.599,06 Euro. Davon entfallen rund 192.938 Euro auf Zinsen und rund 228.661 Euro auf die Tilgung. Die verbleibende Restschuld beträgt 232.103 Euro.

Diese Restschuld verschwindet am Ende der Sollzinsbindung nicht. Nina und ihre Familie müssen sie mit vorhandenem Kapital ablösen oder zu den dann verfügbaren Bedingungen weiterfinanzieren. Deshalb ist die Restschuld ebenso wichtig wie die heutige Monatsrate.

Was verändern zehn Jahre Zinsbindung oder Sondertilgungen?

Die folgende Gegenüberstellung hält Sollzins, Anfangstilgung und Darlehensbetrag unverändert. Sie ist kein Vergleich realer Bankangebote, sondern zeigt isoliert, wie sich Zeit und zusätzliche Tilgung auf den offenen Betrag auswirken.

SzenarioMonatsrateZinsen im ZeitraumRestschuld
10 Jahre, keine Sondertilgung2.342,22 €142.658,56 €322.356,52 €
15 Jahre, keine Sondertilgung2.342,22 €192.938,45 €232.103,39 €
15 Jahre, jährlich 5.000 € extra2.342,22 €170.312,68 €134.477,62 €

Mit 5.000 Euro Sondertilgung pro Jahr sinkt die Restschuld nach 15 Jahren um rund 97.626 Euro. Davon stammen 75.000 Euro aus den zusätzlichen Zahlungen, der übrige Effekt aus vermiedenen Zinsen. Die Sondertilgung entspricht allerdings einer zusätzlichen Belastung von durchschnittlich rund 417 Euro pro Monat. Sie sollte daher nicht als sicher eingeplant werden, wenn das Haushaltsbudget sie nicht zuverlässig hergibt.

Reicht eine tragbare Kreditrate für die Kaufentscheidung?

Nein. Zur Rate von 2.342,22 Euro kommen laufende Kosten für Instandhaltung, Versicherungen, Grundsteuer, Energie und gegebenenfalls Hausgeld hinzu. Auch Modernisierungen und unvorhergesehene Reparaturen benötigen einen Puffer. Das Eigenkapital sollte deshalb nicht automatisch bis auf den letzten Euro in den Kauf fließen.

  • Monatliche Kreditrate mit dem langfristig verfügbaren Haushaltsüberschuss vergleichen.
  • Laufende Eigentümerkosten und Rücklagen getrennt ergänzen.
  • Restschuld mit einem höheren Anschlusszins erneut berechnen.
  • Sondertilgungen nur als Option und nicht als Voraussetzung behandeln.
  • Effektivzins und Bedingungen mehrerer Angebote vergleichen.

Mit dem Baukreditrechner lassen sich Kaufpreis, Bundesland, Eigenkapital und Nebenkosten verändern. Wer die benötigte Darlehenssumme bereits kennt, kann Zinsbindung und Tilgung zusätzlich im Darlehensrechner vergleichen.

Quellen und Einordnung der Annahmen

Die Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Zinsreihen zu neuen Wohnungsbaukrediten. Solche Durchschnittswerte beschreiben den Markt, ersetzen aber kein individuelles Angebot. Beleihung, Einkommen, Sicherheiten, Zinsbindung und weitere Merkmale beeinflussen den tatsächlichen Zinssatz.

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Bundesministerium der Justiz§ 11 GrunderwerbsteuergesetzGesetzliche Grundlage für Steuersatz und AbrundungHier ansehen
Bundesministerium der Justiz§ 656d Bürgerliches GesetzbuchVereinbarungen über Maklerkosten beim Kauf von Wohnung oder EinfamilienhausHier ansehen
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