Ratgeber · Steuern & Gehalt

3.000 Euro Monatsgehalt bei 40 Stunden: Wie hoch ist der Stundenlohn?

Ein Monatsgehalt wird für einen fairen Vergleich auf ein ganzes Jahr bezogen. Dadurch spielen unterschiedlich lange Kalendermonate keine Rolle und Vollzeit- und Teilzeitangebote werden besser vergleichbar.

Redaktionell geprüftAktualisiert am 22. Juli 20268 Min. Lesezeit

In meinem neuen Arbeitsvertrag stehen 3.000 Euro brutto im Monat und 40 Stunden pro Woche. Was verdiene ich damit wirklich pro Stunde? Außerdem fallen ungefähr zehn Überstunden im Monat an, für die laut Vertrag 25 Prozent Zuschlag gezahlt werden.

- Daniel

Die kurze Antwort

3.000 Euro Monatsbrutto entsprechen bei 40 Wochenstunden einem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von 17,31 Euro. Grundlage sind 36.000 Euro Jahresbrutto und 2.080 bezahlte Stunden pro Jahr.

Zehn zusätzlich vergütete Stunden mit 25 Prozent Zuschlag ergeben auf dieser Basis rund 216,35 Euro brutto. Ob Überstunden überhaupt zusätzlich bezahlt werden und welcher Zuschlag gilt, ergibt sich jedoch nicht aus der Rechenformel, sondern aus Vertrag, Tarifregelung oder Betriebsvereinbarung.

Angestellte prüft Arbeitszeitkalender und Monatsgehalt mit Rechner und Notizbuch
Arbeitszeit und Monatsgehalt müssen auf denselben Zeitraum bezogen werden, bevor ein Stundenlohn vergleichbar wird.

Wie kommt der Rechner auf 17,31 Euro?

Das Monatsgehalt wird zunächst mit zwölf multipliziert. 3.000 Euro ergeben 36.000 Euro Jahresgrundgehalt. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 40 Stunden mal 52 Wochen, also 2.080 bezahlte Stunden im Jahr.

36.000 € ÷ 2.080 Stunden = 17,31 € brutto pro Stunde

Die gleichwertige Monatsformel lautet 3.000 Euro geteilt durch 173,33 Durchschnittsstunden. Die oft verwendeten 4,33 Wochen pro Monat sind lediglich die gerundete Form von 52 Wochen geteilt durch zwölf Monate.

Was würde dieselbe Bezahlung bei 35 Stunden bedeuten?

Bei unverändert 3.000 Euro Monatsbrutto und 35 Wochenstunden steigt der rechnerische Stundenlohn auf 19,78 Euro. Das Jahresgehalt bleibt gleich, wird aber auf 1.820 statt 2.080 bezahlte Stunden verteilt.

ArbeitszeitØ Stunden pro MonatBruttostundenlohn
40 Std./Woche173,3317,31 €
35 Std./Woche151,6719,78 €

Genau deshalb sollten zwei Stellenangebote nicht nur über das Monatsgehalt verglichen werden. 3.000 Euro bei 35 Stunden haben einen anderen Zeitwert als 3.000 Euro bei 40 Stunden.

Wie werden zehn Überstunden mit 25 Prozent Zuschlag gerechnet?

Wenn der Vertrag tatsächlich eine zusätzliche Auszahlung auf Basis des errechneten Grundstundenlohns vorsieht, gilt: 17,31 Euro mal zehn Stunden mal 1,25. Das ergibt rund 216,35 Euro brutto zusätzlich.

Der Zuschlag von 25 Prozent bedeutet nicht, dass nur 25 Prozent des Stundenlohns gezahlt werden. Jede Überstunde wird mit 100 Prozent Grundlohn plus 25 Prozent Zuschlag bewertet. Ohne Zuschlag wären es rund 173,08 Euro.

In der Praxis können Überstunden mit dem Gehalt abgegolten, auf einem Zeitkonto gesammelt oder nach einer tariflichen Grundlage anders berechnet werden. Der Rechner prüft keine Vertragsklausel.

Liegt der Stundenlohn über dem Mindestlohn 2026?

Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto je Zeitstunde. Daniels rechnerischer Grundstundenlohn liegt rund 3,41 Euro darüber.

Für die rechtliche Prüfung zählt die tatsächlich vergütungspflichtige Arbeitszeit. Wenn dauerhaft mehr Stunden geleistet werden als im Vertrag stehen und die Vergütung nicht entsprechend steigt, kann der effektive Stundenwert sinken. Eine Durchschnittsrechnung mit den Vertragsstunden darf solche Mehrarbeit nicht unsichtbar machen.

Welche Zahlen gehören in einen fairen Gehaltsvergleich?

  • Festes Jahresgrundgehalt getrennt von Boni betrachten.
  • Regelmäßige Wochenstunden aus dem Vertrag verwenden.
  • Tatsächlich erwartete Mehrarbeit zusätzlich notieren.
  • Zuschläge nur ansetzen, wenn Anspruch und Berechnung klar sind.
  • Pendelzeit, Urlaub und Zusatzleistungen separat bewerten.

Der Stundenlohnrechner zeigt den Grundlohn und eine Vergütung inklusive Sonderzahlungen getrennt. So wird ein variabler Bonus nicht versehentlich wie sicheres Gehalt behandelt.

Grundlage und Einordnung

Bundesministerium für Arbeit und SozialesAllgemeiner gesetzlicher MindestlohnSeit Januar 2026 gilt eine Lohnuntergrenze von 13,90 Euro bruttoHier ansehen
Bundesministerium der Justiz§ 1 MindestlohngesetzGesetzlicher Anspruch auf Zahlung des MindestlohnsHier ansehen